Fast jeder Mündener kennt das Katharinenleuten in der Vorweihnachtszeit und die Legende von der Nonne Katharina, die sich einst im Reinhardswald verirrte und die durch das Läuten der St. Blasiuskirche den Rückweg in ihr Kloster fand.

Weniger bekannt ist, dass sich über viele Jahrzehnte hinweg in einer Nische der Außenmauer der Tillyschanze eine Steinbüste befand, die – wie es heißt – eben diese Nonne Katharina darstellen soll. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts verschwand nun diese Büste völlig aus dem Bewusstsein der Menschen, denn sie wurde aufgrund der damaligen Schließung der Waldgaststätte von ihrem Platz entfernt und landete in einer Abstellkammer des Städtischen Museums. Dort fristete sie, verborgen vor den Augen der Besucher, ein freudloses Schattendasein.

Es war der Mündener Geschichts- und Heimatkenner Gerd Stoltmann, der durch seinen Brief an die HNA wieder an die Katharinenfigur erinnerte, und ihm und Tillyschanzenwirt Reinhold Heck ist es zu verdanken, dass die Diskussion um die Rückkehr der Skulptur wieder neu entfachte. Schließlich war es soweit. Nach einer Restauration durch Erhard Joseph kehrte Katharina im Oktober an ihren angestammten Platz zurück, von wo aus sie jetzt über den hessisch-niedersächsischen Grenzverkehr zwischen Waldgaststätte und Aussichtsturm wacht, und jeden Besucher des Aussichtsturms mit ihrem sanften, unergründlichen Lächeln empfängt.